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Autor: Carsten Knieriem

Wie mit professionellem Speaker Coaching Fakten zu Botschaften und Botschaften zu emotionalisierenden Erlebnissen werden.

„Ich habe fertig!“ Mit diesen Worten beendete Giovanni Trapattoni eine der legendärsten Pressekonferenzen im deutschen Fußball. Warum ich dieses über 20 Jahre alte Ereignis nenne? Weil dieser Moment zeigt, welche Kraft und Nachhaltigkeit im gesprochenen Wort stecken kann. Eine gute Rede kann die Welt verändern. Sie ist Reputationsmacher und Wegweiser. Sie kann aber auch Schaden anrichten. Großen Schaden.

Bei einer guten Rede synchronisieren sich Gehirne. Von unterschiedlichen Personen. Und Persönlichkeiten. Das, was im Kopf des Speakers stattfindet, die Denkmuster, Ideen, Konzepte, aber auch die Emotionen, die Begeisterung und die Leidenschaft, überträgt sich in die vielen Gehirne auf der anderen Seite. Auf die andere Seite der Bühne oder an den Desktops und Smartphones. Dieser Ansatz nachhaltiger Kommunikation ist so alt wie die Menschheit.

Menschen folgen dem, der begeistert… und Ahnung hat.

Mit großer Neugier lauschte man bereits in der Urzeit den klugen und erfahrenen Köpfen einer Gruppe, die Weisheit in sich trugen. Einer, von der man persönlich profitieren wollte. Und konnte. Heute sitzen wir zwar nicht mehr so oft um ein Lagerfeuer und hören zu. Aber irgendwie doch. Heute geht man auf Konferenzen, Tagungen und Events, um von denen zu lernen, die etwas zu erzählen haben. Um sich begeistern zu lassen. Es liegt in der Natur des Menschen, sich auf gute Weise neu inspirieren („inspiratio“, lat.: „Eingebung“) zu lassen. Das ist es, worum es in einer wirkungsvollen Ansprache geht. Inspiration und Emotion. Fakten und Gefühle. Logos und Pathos.

Jeder Moment zählt.

Jede Rede, jede kleine Ansprache – sie alle haben die Möglichkeit, Kraft zu entfalten. Zu wirken. Wenn sie gut vorbereitet sind. Hat Trapattoni sich gut vorbereitet? Hat er! Seine Wutrede hat Struktur und Botschaft. Und viel authentische Emotion. Und zu den Fakten und den Emotionen (Logos und Pathos) kommt die Kraft seiner unzweifelhaften Autorität als erfolgreicher, charismatischer Fußballtrainer (Ethos). So entsteht Wirkung!

In den Köpfen der Zuhörer entstehen dadurch, kraftvoll und schnell, neuronale Veränderungen. Das persönliche Erleben von Begeisterung, Leidenschaft, Expertise, Überzeugung und Vision verstärkt die Wirkung um ein Vielfaches. „What’s in it for me?“ fragt sich jeder Zuhörer bewusst oder unbewusst. Wird dies nachvollziehbar und merkfähig beantwortet, dann entsteht Verständnis. Dann entsteht Identifikation. Dann wird der Gedanke weitergesponnen. „Sich zugehörig zu fühlen“ ist eben etwas anderes als nur „dabei zu sein“. Wer also mit einer Ansprache oder einem Vortrag begeistern möchte, sollte sich immer eines bewusst machen: Die gute Vorbereitung zählt. Vom passenden Einstieg, über die Aktivierung der Zuhörer zum überzeugenden faktischen Teil und dem abschließenden Blick in die „gemeinsame“ Zukunft. Die gute Rede hat das Potential, etwas nachhaltig zu verändern.

Man kann ein Pferd zur Tränke führen. Saufen muss es selbst.

Klingt wie eine alte Indianer-Weisheit. Ist es vielleicht auch. Der Satz zählt aber auch zu den goldenen Coaching-Regeln. Denn all das, worum es in einer erfolgreichen Ansprache, einer Präsentation oder einem Vortrag geht, kann man lernen. Sollte man lernen. Und üben. Diesen Moment, an dem alle Kameras auf einen gerichtet sind. Das Publikum jedem nächsten Wort gespannt entgegenfiebert. Oder die Belegschaft über Perspektiven und Veränderungen informiert wird. Denn es hängt viel davon ab. Zum Beispiel die Zukunft!
Die persönliche Reputation. Und die Glaubwürdigkeit. Giovanni Trapattoni hat das erkannt. Seine legendäre Ansprache war letztendlich eine „Turnaround-Rede“. Ein klares Zeichen. Weniger in Richtung Thomas Strunz. Mit dem hatte er zu dem Zeitpunkt sowieso bereits abgeschlossen. „Was erlaube Strunz?“ war die Warnung an den ganzen Kader, dass die Grenze erreicht ist. Ein starkes, authentisches Signal des Welt-Fußballtrainers, dass sich die Moral eines jeden Spielers und der gesamten Mannschaft verändern muss und verändert werden wird.

Oder nehmen wir mal das Beispiel einer Bilanzpressekonferenz. Stellen Sie sich vor, was passiert, wenn der CFO eines MDAX-Konzerns die aktuellen Zahlen mit einer falschen Kernaussage vorstellt. Oder mit nicht kohärenten Unterbotschaften. Gepaart mit missverständlichen Gesten, oder einer gelangweilten Mimik. Vor Analysten, Wirtschaftsjournalisten und laufenden Kameras. Bäm. Der Aktienkurs fällt. Oder wenn es in internen Prozessen darum geht, das internationale Management von einer neuen Strategie zu begeistern. Eine, mit der der Turnaround erreicht werden soll. Eine, die nötig für den Fortbestand des Unternehmens ist. Eine, die auch an manchen Stellen weh tut. Wer will da die falsche Geste zum falschen Zeitpunkt? Wer will da keine klaren, merkfähigen Botschaften? Oder einen gelangweilten oder emotionslosen CEO auf der Bühne? Oder einen CEO, der nicht ernst genommen werden kann, weil er nicht klar, überzeugend und emotional glaubwürdig rüberkommt? Niemand! Auf gar keinen Fall!

Eine Botschaft. Drei bis fünf Unterbotschaften. Alle auf den Punkt.

Es gibt wohl kaum eine bessere Verwendung für das Sprichwort „weniger ist mehr!“ als bei der Vorbereitung auf eine Rede, einen Vortrag oder eine Präsentation. Reden müssen nicht die Welt in Ihrer ganzen Komplexität erklären. Sie müssen Lust darauf machen, sich eingehend mit einem Thema beschäftigen zu wollen. Den Zuhörer mit auf die Reise nehmen. Und deswegen geht es immer zuerst um die knackige, gut verpackte, emotionalisierende Kernbotschaft.

Jede Wow-Präsentation lässt sich auf eine Kernbotschaft reduzieren. Muss sich auf eine Kernbotschaft reduzieren lassen. Denn die Kernbotschaft ist die Basis, auf der alles aufbaut. Nur wer sich intensiv damit auseinandergesetzt hat, wird auch einen echten Treffer landen. Und es liegt in der Natur des Menschen, dass nach drei bis fünf ebenso knackigen Unterbotschaften, die Aufnahmekapazität des Zuhörers erschöpft ist.

Ebenso gilt es, sich klar zu werden, wer denn die Zielgruppe ist und welche Bedürfnisse sie hat. Eigentlich völlig klar, aber häufig missachtet: Der Aufsichtsrat braucht anders aufbereitete Botschaften als beispielsweise die Belegschaft!

Giovanni Trapattoni hat Ort, Zeit und Anlass sowie die Kernbotschaft seiner Ansprache gut gewählt. Eine Pressekonferenz. Dieser wohl bedachte Schachzug hat dafür gesorgt, dass seine Botschaft rund um die Welt multipliziert wurde. Mitten in Herz und Seele der eigentlichen Adressaten. Dies hat mit absoluter Sicherheit viel, viel mehr Wirkung und Strahlkraft erreicht, als es eine Ansprache in der Kabine jemals hätte bewirken können.

Auch im Management-Coaching geht es um die Fragen: Welche Kernbotschaft sollte auf jeden Fall gehört, verstanden und behalten werden? Welcher Anlass ist der geeignete beziehungsweise wie bereitet man sich auf den speziellen Anlass vor? Und wie kommen meine Botschaften wirklich an? Wie setze ich Gestik, Mimik und die persönlichen Stories richtig und effektvoll ein? Diese Kunst kann man erlernen. Der Auftritt im Rampenlicht, vor laufenden Kameras oder den Teilnehmern eines großen Events kann, soll und darf richtig Spaß machen! Die Präsenz und Fokussierung in diesem einen Moment. Wem das gelingt, der begeistert, emotionalisiert und mobilisiert Menschen. Nimmt die Menschen mit auf die Reise in eine gemeinsame Zukunft. Damit wird auch die Führungsqualität unterstrichen. Das ist die Macht des gesprochenen Wortes. Ich habe fertig.

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